Auf der anderen Seite der linse
Projekt 40/40. Feat. Belinda
Es gibt da eine Frau, die jahrelang hinter der Kamera stand — Licht studierte, Kompositionen, die Art, wie ein Moment die Luft anhält, bevor er verschwindet.
Und dann, an einem gewöhnlichen Tag, trat sie davor.
Belinda ist selbst Fotografin. Sie weiß vielleicht besser als irgendjemand sonst, wie gnadenlos ein Objektiv sein kann. Wie es findet, was wir zu verbergen versuchen. Wie es aber auch — in den richtigen Händen — etwas ganz anderes finden kann.
Etwas, das wir vergessen hatten.
Als ich das 40 Over 40 Project vor fünf Jahren in Kalifornien ins Leben rief, wusste ich selbst nicht genau, was ich anbot. Ich dachte, ich biete Porträts an. Was ich lernte: Ich bot Erlaubnis. Die Erlaubnis, gesehen zu werden. Raum einzunehmen. In einem Bild zu existieren — nicht als jemandes Mutter, Kollegin oder die Frau, die alles zusammenhält — sondern einfach als man selbst.
Dieses Projekt habe ich über einen Ozean getragen. Ich brachte es nach Innsbruck, in die Alpen, in eine Stadt, in der ich eine Fremde war, die noch lernte, dazuzugehören. Und etwas geschah, das ich nicht erwartet hatte: Die Resonanz hier war überwältigend. Die Frauen in Tirol wollen genau das, was die Frauen in Kalifornien wollten. Was Frauen überall wollen.
Gesehen werden. Wirklich. Vollständig. Ohne Entschuldigung.
Belinda hat sich dieses Geschenk gemacht. Sie kam. Sie ließ sich sehen. Und was wir gemeinsam geschaffen haben — diese Porträts, dieses Licht, diese Version von ihr — ist schlicht die Wahrheit.
Diese Session gehörte Belinda — vollständig und ganz. Von dem Moment an, in dem sie durch die Tür trat, gehörte der Tag ihr. Um verwöhnt zu werden. Um versorgt zu werden. Um gesehen zu werden. Es gab keine andere Agenda als sie selbst. Keine Eile, keine Inszenierung. Nur Präsenz.
Gemeinsam schufen wir editoriale Porträts, die sich zwischen Welten bewegten: tief und still in einem Atemzug, dann lachend und völlig ungefiltert im nächsten. Verspielt. Authentisch. Bilder, die nicht zeigen, wie jemand aussieht — sondern wer jemand wirklich ist.
Das ist die Fotografie, an die ich glaube. Nicht die perfektionierte Version eines Menschen — sondern die wahre.
Wann hast du zuletzt jemanden wirklich auf dich schauen lassen — ohne dich sofort erklären zu müssen?
✨ Das 40 Over 40 Project ist offen. Wenn du auf ein Zeichen gewartet hast — das hier ist es.